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Ablauf der Herdbuchführung im Laufe eines Ziegenzuchtjahres

im Landesverband der Ziegenzüchter für Westfalen und Lippe e.V.


Bestandsmeldung für die neue Ablammliste

Im Dezember eines jeden Jahres erhält jeder Züchter eine Bestandsliste, in der alle Ziegen aufgelistet sind, die bei der Geschäftsstelle in Münster als aktive Tiere in seinem Bestand geführt werden.

Desweiteren erhält er einen Fragebogen, welche Jungziegen im kommenden Jahr voraussichtlich zur Ablammung kommen, damit diese in die Ablammliste mit aufgenommen werden.


Ablammliste

Zu Anfang des Kalenderjahres erhält jeder Herdbuchzüchter mit eingetragenen Ziegen eine
Ablammliste. (Diese Liste besteht aus selbstdurchschreibendem Papier. Bitte beim Ausfüllen eine Schreibunterlage verwenden.)
In dieser Ablammliste sind alle weiblichen Tiere des Züchters eingetragen einschließlich der Jungziegen, die im neuen Jahr voraussichtlich zur Ablammung kommen.

Diese Liste soll der Züchter sofort nach Erhalt auf die Richtigkeit der Eintragungen überprüfen. Fehlen Tiere oder ergeben sich sonstigen Unstimmigkeiten so ist sofort mit dem Landesverband in Münster Rücksprache zu halten.

Bei den einzelnen Ziegen in der Ablammliste haben die Züchter sofort und unverzüglich den Bock, von dem die Ziegen gedeckt worden sind, einzutragen, und zwar mit Namen und Herdbuchnummer des Bockes. Am wichtigsten ist hierbei die Herdbuchnummer.

Am Tag der Ablammung wird unverzüglich und sofort das Ablammdatum eingetragen und die geborenen Lämmer nach Geschlecht in den Spalten männlich, weiblich und Zwitter angekreuzt. Für jedes Lamm muss eine gesonderte Zeile verwendet werden.
Auch totgeborene Lämmer müssen nach Geschlecht angekreuzt werden.
In den nächsten zwei Spalten wird angekreuzt unter „tot“, wenn das entsprechende Lamm tot geboren oder unmittelbar nach der Geburt eingegangen ist.
In der Spalte „Hörner“ wird angekreuzt, wenn Lämmer schon erkennen lassen, dass sie Hörner bekommen. Zeigt sich jedoch erst später, dass Hörner wachsen, so muss dies dann bei Kenntnisnahme auch hier angekreuzt werden.

Alle Lämmer müssen bis zum 42. Lebenstag gekennzeichnet sein.
Die Ohrmarkennummer und welchen Namen das Lamm erhalten soll und das Datum der Kennzeichnung müssen bei dem jeweiligen Lamm in der Ablammliste eingetragen werden.
Dann erfolgt die Angabe des Geburtsgewichtes in Gramm (g). Dafür sind die Lämmer sofort nach der Geburt zu wiegen. Bei den Fleischziegen muss das Gewicht zwischen dem 40. und 50.Lebenstag sowie zwischen dem 100. bis 120. Lebenstag festgestellt und in g angegeben werden.

In den nächsten Spalten muss das Datum der Gewichtsfeststellungen (zwischen dem 40. und 50. Tag bzw. 100. und 120. Tag) stehen.

Lämmer, die zur Zucht vorgesehen sind, müssen in der letzten Spalte angekreuzt werden.

Die Ablammliste muss nach der letzten Ablammung und Kennzeichnung der Lämmer, spätestens bis zum 15. Mai, an die Geschäftsstelle des Landesverbandes der Ziegenzüchter gesendet werden.
Die Durchschrift bleibt beim Züchter. Diese Durchschriften muss der Züchter aufbewahren und sollten nach Ablammjahren sortiert abgeheftet werden, so dass sich daraus ein Stallbuch ergibt.


Zuchtbescheinigung für Lämmer

Für alle weiblichen Lämmer, die laut Ablammliste zur Zucht vorgesehen sind, wird eine Zuchtbescheinigung ausgestellt. Diese Zuchtbescheinigungen werden dem Züchter periodisch zugestellt. Für jede Zuchtbescheinigung ist eine Gebühr zu zahlen, die mittels Lastschriftverfahren, eingezogen wird (siehe Gebührenordnung).

Wenn ein Züchter weibliche Lämmer verkaufen will, muss dem neuen Besitzer die Zuchtbescheinigung des Lammes ausgehändigt werden. Ein Abmelden der Junglämmer beim Landesverband ist nicht erforderlich.

Für männliche Junglämmer wird eine Zuchtbescheinigung nur auf besonderem Antrag unter Angabe der Gründe, wofür die Zuchtbescheinigung benötigt wird, ausgestellt.


Jungziegenschau/Bockschau

In jedem Jahr findet eine Jungziegenschau mit angeschlossener Bockschau statt. Diese Schau wird in den Monaten Juni oder Juli durchgeführt. Zu dieser Schau sind alle Jungziegen vorzustellen, die in dem laufenden Kalenderjahr zum ersten Mal abgelammt haben. Auf der Jungziegenschau werden diese Ziegen dann bewertet und endgültig in das Zuchtbuch aufgenommen.

Die endgültige Eintragung der Jungziegen ins Zuchtbuch erfolgt auf der Jungziegenschau kostenlos.
Sollte jedoch ein Züchter aus triftigen Gründen nicht zur Jungziegenschau kommen können, so muss er die Bewertung und endgültige Zuchtbucheintragung in seinem Betrieb schriftlich beantragen. Bei der Betriebseintragung werden nach der gültigen Gebührenordnung Gebühren fällig.

Auf der angeschlossenen Bockschau sollen alle Ziegenböcke vorgestellt werden, die zur bevorstehenden Decksaison eingesetzt werden. Auf dieser Bockschau können von den Preisrichtern auch Böcke aberkannt werden.

Ziegenauktion

Alljährlich findet am 1. oder 2. Samstag im August die Ziegenbockkörung und Anerkennung und die Versteigerung von Ziegenböcken und Jungziegen statt.

Zulassungsbedingungen für die Körung von Ziegenböcken:

  •  Reinrassigkeit
  •  Die Abstammung elterlicher- und großelterlicherseits innerhalb derselben Rasse muss vorliegen.
  •  Am Tag der Körung muss der Jungbock mindestens fünf Monate alt sein.
  •  In Rahmen und Form -und bei Fleischziegen auch in Bemuskelung- muss mindestens
     die Note 4 erreicht werden
    und
  • der Bock mindestens in die Zuchtklasse III eingestuft werden.
  • Jungböcke, die in allen Bewertungskriterien mindestens die Note 7 erreichen, werden in die Zuchtklasse I eingestuft.
  • Böcke, die als unterste Bewertung 5 und 6 erreichen, kommen in die Zuchtklasse II
  • Böcke mit der Mindestnote 4 gelangen in Zuchtklasse III.
  • Ist die unterste Bewertung 3, 2 oder 1 so wird der Jungbock „nicht gekört“ und auch nicht anerkannt.
  • Bei Böcken der Milchziegenrassen muss die Mutter des Bockes innerhalb der 240-Tage-Laktation folgende Mindestleistungen an Gesamtmenge von Fett und Eiweiß erfüllen: 
     Bockmütter der Weißen Deutschen Edelziege- Gesamtmenge an Fett und Eiweiß mindestens 45 kg;
     Bockmütter der Bunten Deutschen Edelziege- Gesamtmenge an Fett und Eiweiß mindestens 45 kg;
     Bockmütter der Toggenburger Rasse - Gesamtmenge an Fett und Eiweiß mindestens 40 kg;
     Bockmütter der Anglo-Nubier Rasse  -  Gesamtmenge an Fett und Eiweiß mindestens 40 kg.

 

Veränderungsanzeigen

Alle Veränderungen im Tierbestand müssen der Geschäftsstelle innerhalb von sechs Wochen auf dem vorgedruckten Formular „Veränderungsanzeige“ angezeigt werden.
Mit Stichtag vom 1. Januar eines jeden Jahres wird der Beitrag für das kommende Jahr festgelegt.

 

Durchführung der Milchkontrolle bei Ziegen

1. Der Milchkontrollzeitraum beginnt am Tag nach der Ablammung und endet nach 240 Tagen für
    die 240 Tagesleistung.
2. Die Kontrolle darf frühestens am 6. Tag nach der Ablammung und muss spätestens im
    darauffolgenden Monat beginnen.
3. Wird in einem Monat nicht kontrolliert (z.B. bei Urlaub), erfolgt eine Überbrückungs-
    berechnung. Es darf höchstens zweimal, während der Laktation von 240 Tagen, eine
    Überbrückungsrechnung erfolgen.
4. Bei weiteren Fragen bezüglich der Durchführung der Milchleistungsprüfung bei Ziegen,
    wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Fachberater für Milchleistungsprüfungen. 
    Diese sind für die Kreise:       

      Borken, Coesfeld, Recklinghausen, Münster, Steinfurt, Warendorf 
      Herr Lüttel:   Telefon: 0 25 74 / 92 77 44, 
                           Telefax: 0 25 74 / 92 77 17
                            Handy: 01 62 / 9 69 66 99

       
      Hochsauerland, Märkischer Kreis, Ennepe-Ruhr, Olpe, Ruhr-Lippe,
      Siegen-Wittgenstein und Soest
      Herr Hagemeier:  Telefon: 02 91 / 99 15 44,
                                   Telefax: 02 91 / 99 15 33
                                   Handy: 01 70 / 2 05 24 07


      Gütersloh, Herford-Bielefeld, Lippe, Minden-Lübbecke, Höxter und Paderborn
      Herr Claushues:  Telefon: 0 52 72 / 3 70 12 04,
                                  Telefax: 0 52 72 / 3 70 13 33
                                  Handy: 01 78 / 4 23 15 81


      Landeskontrollverband in Krefeld:
      Herr Braunleder: Telefon: 0 21 51 / 41 11 - 251,
                                  Telefax: 0 21 51 / 41 11 – 117
                                  Email: braunleder@lkv-nrw.de

  


Kontrollarten

A-Kontrolle = Amtliche Kontrolle:

  • Die Milchmengenfeststellung und Probeentnahme für die Untersuchung erfolgt abends
    und morgens durch den
    Kontrollangestellten des Landeskontrollverbandes im Betrieb des Ziegenhalters.
  • Der Kontrollangestellte ist beim Melken der Ziegen zugegen.
  • Vom Kontrollangestellten werden die Milchproben zur Untersuchumg zum Landeskontrollverband nach Münster gesandt.
  • Das Untersuchungsergebnis wird dann von der EDV Anlage des Landeskontrollverbandes übernommen.

B-Kontrolle = Besitzerkontrolle

  • Die Milchmengenfeststellung in kg und Probeentnahme für die Untersuchung wird vom Besitzer abends und morgens zu den gewohnten Melkzeiten vorgenommen.
  • Die Milchprobe, die anteilig vom Abend- und Morgengemelk entnommen wurde, wird vom Ziegenhalter unter Angabe der festgestellten Tagesmilchmenge zum Kontrollangestellten des Landeskontrollverbandes gebracht.
  • Der Kontrollangestellte sendet die Milchproben zur Untersuchung zum Landeskontrollverband nach Münster.
  • Das Untersuchungsergebnis wird dann von der EDV Anlage des Landeskontrollverbandes übernommen.


Durchführung der B-Kontrolle bei Ziegen

  • Die Milchmenge in kg wird abends und morgens vom Ziegenhalter ermittelt.
  • Die Milchproben müssen vom Abend- und Morgengemelk anteilig genommen werden.
  • Pro Gemelkmenge muss folgende Milchmenge in ml in die Probeflaschen:

__________________________________________________________
Milchmenge je      
Gemelk in kg          Multiplikator      Probenmenge für die Untersuchung
bis    0,5                     x 30             = zu entnehmende Probe in ml
0,6 - 1,0                     x 15             = zu entnehmende Probe in ml
1,1 - 1,5                     x 10             = zu entnehmende Probe in ml
1,6 - 2,0                     x   8             = zu entnehmende Probe in ml
2,1 - 2,5                     x   7             = zu entnehmende Probe in ml
2,6 - 3,0                     x   6             = zu entnehmende Probe in ml
3,1 - 4,0                     x   5             = zu entnehmende Probe in ml

Zur Entnahme der Milchprobe eignet sich am einfachsten eine Einwegspritze ohne Nadel.
Diese können Sie bei Ihrem Tierarzt oder auch in der Apotheke bekommen.

A ch tu n g !  S e h r  wichtig !
Der beim 1. Gemelk gewählte Multiplikator muss auch beim 2. Gemelk verwandt werden,
unabhängig von der Milchmenge des 2. Gemelkes.

Beispiel: 
Die Ziege gibt beim 1. Gemelk  2,0 kg Milch.
2,0   x 8   = 16,0    
Somit sind 16 ml in die Probeflasche füllen für die Untersuchung.

Beim 2. Gemelk gibt die Ziege 2,8 kg Milch.
2,8   x 8   = 22,4      
Es muss der gleiche Multiplikator/Faktor wie beim 1. Gemelk verwendet werden, 
also Faktor 8 (nicht 6). Somit sind 22,4 ml in die Probeflasche abzufüllen.

Die Gesamtmenge in der Probeflasche aus 1. und 2. Gemelk beträgt also zusammen 38,4 ml.

 


Anforderungen für die Körung von Ziegenböcken

Zulassungsbedingungen:
  1. Reinrassigkeit muss
      in der Abstammung elterlicher und großelterlicherseits innerhalb derselben Rasse vorliegen.
  2. Mindestalter:
      mindestens fünf Monate alt am Tag der Körung
  3. Mindestanforderungen an den Jungbock:
      Er muss in Rahmen und Form mindestens mit der Note 4 bewertet sein und 
      entsprechend in die Zuchtwertklasse I, II oder III eingestuft sein.

                 Note               Bewertung                      Zuchtklasse (Zkl.)
                   9                 ausgezeichnet                                 I
                   8                     Sehr gut                                       I
                   7                         gut                                           I
                   6                  befriedigend                                   II
                   5                durchschnittlich                                II
                   4                  ausreichend                                   III
                   3                   mangelhaft                     nicht anerkannt
                   2                     schlecht                        nicht anerkannt
                   1                 sehr schlecht                    nicht anerkannt

      Beispiel:     7 / 7 = Zkl. I
                        8 / 4 = Zkl: III
                        6 / 3 = nicht anerkannt/ nicht gekört


  4. Erforderliche Mindestleistungen der Bockmütter

  • WDE Bockmütter  - Gesamtmenge an Fett und Eiweiß 45 kg
  • BDE  Bockmütter  - Gesamtmenge an Fett und Eiweiß 45 kg
  • Toggenburger Bockmütter   - Gesamtmenge an Fett und Eiweiß 40 kg
  • Anglo-Nubier  Bockmütter   -  Gesamtmenge an Fett und Eiweiß 40 kg
  • Thüringer Wald Ziege Bockmütter - Gesamtmenge an Fett und Eiweiß 40 kg


Zusammenfassung Kennzeichnung Herdbuchziegen

  •  Herdbuchziegen sind mit zwei identischen gelben Ohrmarken zu kennzeichnen
     (eine ins rechte, eine ins linke Ohr).
  •  Die Ohrmarken sind über den Landeskontrollverband Nordrhein-Westfalen e.V.,
     Bischofstr. 85, 47809 Krefeld, 
    Telefon: 0 21 51 / 4 11 12 00,
     Internet: www.lkv-nrw.de  zu beziehen.
  •  Neueinsteiger müssen zuvor ihren Ziegenbestand bei der Tierseuchenkasse NRW,
     Nevinghoff 6, 48147 Münster, Telefon: 02 51 / 2 89 82 – 0, anmelden und
     erhalten dann eine Registrier-Nummer.
  •  Unter Nennung der Registrier-Nr. können dann die Ohrmarken vom
     Landeskontrollverband NRW bezogen werden.
  •  Diese Ohrmarkennummer wird als Herdbuchnummer übernommen und
     ins Zuchtbuch eingetragen.
    Sie ist damit eine lebenslange Identifikationsnummer  
     (Lebensnummer) !!!
  •  Entsprechend unserer Zuchtbuchordnung sind die Lämmer 42 Tage nach
     der Geburt zu kennzeichnen.
  • Die Ohrmarkennummer ist in der Ablammliste einzutragen.
  • Ersatzohrmarken müssen für Herdbuchziegen unter Nennung der verloren gegangenen Nummer über den Landesverband der Ziegenzüchter nachgeordert werden. Es wird für diese Zuchtziege dann eine neue identische Ohrmarke angefordert und dem Züchter zugesandt.

 

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